Entstehungsgeschichte des

Scottish Terriers

 

 

 

 

Vor 120 Jahren gab es in Schottland noch keine Rassestandards, wie wir sie heute kennen. Die Hundezucht kannte keine Schönheitsideale, die Selektion erfolgte ausschließlich nach Merkmalen, die für die Arbeit erforderlich waren. Die harten Lebensumstände kreierten einen Hundetyp, der an die äußerlichen Bedingungen angepasst war. Der Scottish Terrier war kein Hund des Adels, sondern der einfachen Leute. Diese Menschen benötigten einen Hund, der klein, aktiv, kräftig und genügsam sein musste. Ein solcher Hundetyp erforderte einen viel geringeren Pflegeaufwand und nur wenig Futter, das ja nicht immer genügend vorhanden war. Der Scottie musste raubzeugscharf, daher in der Lage, nicht nur Hasen, sondern auch Fuchs und Dachs zu Leibe zu rücken. Natürlich erforderte das einigen Mut und ein scharfes, kräftiges Gebiss, mit dem der Scottie bis heute ausgestattet ist. Das harte, doppelte Haarkleid schützte den Hund nicht nur vor den Unbilden des Wetters, sondern auch vor den Zähnen und Klauen der Widersacher, welche erbittert um ihr Leben kämpften. Seine kräftigen Pfoten und die breite Brust ermächtigten ihn hervorragend zu graben. Natürlich hielt er „nebenbei“ das Anwesen seines Besitzers rattenfrei und verteidigte es entschlossen gegen etwaige Eindringlinge. Der Scottish Terrier war und ist ein großer Hund auf kurzen Beinen, mutig, entschlossen und selbständig genug, das zu tun, was er für nötig hält.

 

Der Scottish Terrier hat sich die grundlegenden Eigenschaften bis heute erhalten.

 

Leider gibt es nicht viele schriftliche Hinweise auf die Ursprungsjahre unserer Rasse, aber mitunter wird en kleiner, drahtiger, raubzeugstarker Hund in frühen Publikationen über Schottland erwähnt. Auch gibt es Gemälde aus jener Zeit, deren Hundedarstellungen auf einen frühen Typ des Scottish Terriers hinweisen. So ist anzunehmen, dass ein uneinheitlicher Typ dieser Rasse seit Jahrhunderten existiert hat. Der genaue Ursprung liegt jedoch im Nebel des Highlands verborgen.

Es gibt nur sehr wenige Leute, die eine Scottie zum ersten Mal sehen und spontan sagen: „Das ist mein Hund!“ Liebe auf den ersten Blick ist hier tatsächlich sehr selten, aber jeder, der die Rasse ein wenig besser kennen gelernt oder vielleicht für einige Tage mit einem Scottie zusammengelebt hat, wird gar nicht anders können, als ihn zu lieben. Scotties verstehen es meisterhaft, sich einen festen Platz in den Herzen ihrer Menschen zu erobern, denn dieser Hund gilt als Gentleman unter den Terriern. Und das ist er wirklich. Mit Charme und vornehmer Zurückhaltung reichlich ausgestattet, ist er niemals aufdringlich, aber stets präsent.